Donnerstag, 18. Mai 2017

Zum Tod des Karlsruher Journalisten und Kritikers Peter Kohl

Der Journalist und Kulturkritiker Peter Kohl ist tot. Er war einer der besten Kenner der hiesigen Literaturszene, ein unbestechlicher und stilsicherer Kritiker. Dreißig Jahre lang schrieb er für die „Klappe Auf“ und für die „Badischen Neuesten Nachrichten“. Wir beackerten als Kritiker das gleiche Feld, wir beäugten und schätzten uns. Ich habe ihm viel zu verdanken: Gerade am Anfang meiner literarischen Karriere hat er immer wieder meine Bücher rezensiert und vor allem: gelobt. Da ich wusste, dass „peko“ partout keine Gefälligkeitskritiken schrieb, war mir seine Meinung besonders wichtig. Zwei meiner Publikationen ergänzte er: Er schrieb einen einfühlsamen Nachruf auf Kuno Bärenbold, dessen Nachlass ich zusammen mit Thomas Lindemann herausgab und einen Essay über die Karlsruher Gegenwartsliteratur, als ich ein Städte-Sonderheft einer Literaturzeitschrift mitherausgab.
(Privat) 
Am Ende eines jeden Monats las ich ein Vierteljahrhundert lang als erstes die letzte Seite der „Klappe Auf“, wo er unter dem Pseudonym „Dr. Mabuse“ launig und bruddelig, wie es seine Art war, über Kevin, Schantal, den KSC, die Tatort-Manie der Deutschen, kurz: über die Dinge, die die Welt bewegen oder nicht bewegen, seine Kolumne schrieb.
Wir waren im besten Sinne Kollegen und keine Konkurrenten um die wenigen Brosamen, die der freie Kultur-Journalismus abwirft. Ich trauere mit vielen Journalisten- und Autorenkollegen, über die der promovierte Literaturwissenschaftler und Filmkenner geschrieben hat. Peter Kohl wurde nur 59 Jahre alt.

Nachruf von Alfred Godulla in der Juni-Ausgabe der Klappe Auf:
Nachruf peko hier klicken!

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